TDRM Logo
Kontakt  |  Disclaimer  |  Impressum  |  Login  
en-flag de-flag fr-flag nl-flag 







Diese Seite erscheint in der Urheberschaft und unter der Verantwortung der Arbeitsgruppe der IPPNW.

INES scale

Folgen eines radioaktiven Fallouts

Die INES-Skala (International Nuclear and Radiological Event Scale, Abb. nebenstehend (Quelle: International Atomic Energy Agency, INES Rating Interactive Learning Tool, Abschnitt "Dose", S.5 ), unterscheidet sieben Schweregrade 'nuklearer Ereignisse' gemäß der Intensität der produzierten radioaktiven Strahlung. Die Intensität der Strahlung wird als Dosisleistung bezeichnet und in der Dimension Sievert pro Stunde (Sv/h) angegeben, siehe unsere Erläuterung dazu im Abschnitt Messtechnik. Für durch Strahlung verursachte Gesundheitsschäden ist jedoch die Dosis, angegeben in Sievert (Sv), maßgeblich, d.h. die Intensität der Strahlung mal die Zeitdauer, der ein Mensch dieser radioaktiven Strahlung ausgesetzt ist. Für eine einstündige Exposition mit den für die INES-Stufen definierten Dosisleistungen ergeben sich für die in dieser Zeit empfangene Dosis die folgenden Näherungswerte:

Für die Bewertung eines Störfalls müssen wir von einer zu erwartenden effektiven Gesamtdosis ausgehen, der ein unbeteiligert Bürger ausgesetzt sein wird, und diese an den Werten messen, die für den Normalfall gelten: In Deutschland sind wir kontinuierlich einer mittleren Exposition von 3,9 mSv pro Jahr ausgesetzt. Für Beschäftigte in strahlungsexponierten Arbeitsbereichen ist eine Jahresdosis von 20 mSv als Grenzwert festgelegt. Den katastrophenmedizinischen Interventionsschwellen liegen diese Werte zugrunde. Auch eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) herausgegebene Tabelle der Bewertungskriterien für die INES-Skala orientiert sich an diesen Werten.

Radioaktivität erreicht uns nach einem AKW-Unfall mit Staubteilchen aus der Luft, kann also eingeatmet und verschluckt werden. Beides kann man weitgehend verhindern, denn

Strahlen-Biologie

Ionisierende Strahlung aus Radioaktivität kann über verschiedene Mechanismen krank machen:

Radioaktive Substanzen können, einmal in den Körper aufgenommenen, durch Medikament weder unschädlich gemacht noch beschleunigt wieder ausgeschieden werden.

Gesundheitliche Folgen

Radioaktive Strahlung kann unterschiedliche gesundheitliche Folgen auslösen:

Vorsorgemassnahmen

50% der effektiven Strahlendosis eines radioaktiven Fallouts eines havarierten Atomkraftwerkes bestehen aus Jod 131. Das Isopop wird in der Schilddrüse angereichert und kann dort Schilddrüsenkrebs auslösen. Vor dieser Anreicherung kann man sich durch rechtzeitige Einnahme von Jodtabletten schützen. Strahlen-bedingter Schilddrüsenkrebs kann damit fast vollständig verhindert werden.

Gleichfalls sollten FFP3-Atemschutzmasken vorgehalten werden: Mit FFP3-Atemmasken kann man sich vor 95% der radioaktiven Partikel in der Atemluft schätzen.

In der Region Aachen wird niemand „akut strahlenkrank“ werden, selbst wenn es im AKW Tihange zu einem massiven Störfall kommt. Dazu wird die Strahlendosis nicht ausreichen.

Es sollte vor allem das Einatmen und Verschlucken (Inkorporation) radioaktiver Teilchen vermieden werden. Diese lagern sich in unmittelbarer Nähe der Zellen oder in diesen ab, die sie zu Krebszellen umwandeln.

Das fluchtartige Verlassen einer radioaktiv kontaminierten Region ist gefährlich, weil man dabei wahrscheinlich viel mehr radioaktive Partikel aufnimmt, als wenn man zu Hause deren Vorbeiziehen abwartet.


Weitere detailierte Information ist in der Informationsbroschüre "Information fü̈r die Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerkes Tihange (B)", Herausgegeber Stadt Aachen, StädteRegion Aachen, Kreis Düren, Kreis Euskirchen und Kreis Heinsberg in enger Kooperation mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz, zu finden.


Prof. Dr. med. Alfred Böcking, Dr. Wilfried Duisberg, Dr. Odette Klepper und Dr. Martin Momburg
IPPNW, Regionalgruppe Aachen