AKW-Unfälle, Folgen des radioaktiven Fallouts

INESDie INES-Skala (International Nuclear and Radiological Event Scale, Abb. nebenstehend (Quelle: International Atomic Energy Agency, INES Rating Interactive Learning Tool, Abschnitt "Dose", S.5 ), unterscheidet sieben Schweregrade 'nuklearer Ereignisse' gemäß der Intensität der produzierten ionisierenden Strahlung, der "Radioaktivität". Ihre Intensität wird als Dosisleistung bezeichnet und in der Dimension Sievert pro Stunde (Sv/h) angegeben, siehe unsere Erläuterung dazu im Abschnitt Sensorik.

Für die Verursachung von Gesundheits­schäden durch ionisierende Strahlung ist jedoch die Dosis, angegeben in Sievert (Sv), maßgeblich, d.h. die Intensität der Strahlung multipliziert mit der Zeitdauer, der ein Mensch dieser Strahlung ausgesetzt ist. Für eine einstündige Exposition mit den für die INES-Stufen definierten Dosisleistungen ergeben sich für die in dieser Zeit empfangene Dosis die folgenden Näherungswerte:

  • Stufe 2 "Zwischenfall": ab 10 mSv
  • Stufe 3 "ernster Zwischenfall": 100 mSv
  • Stufe 4 "Unfall mit lokalen Folgen": 1 Sv,
  • Stufe 5 "Unfall mit umfangreichen Folgen": 10 Sv
  • Stufe 6 "schwerer Unfall": 100 Sv
  • Stufe 7 "Katastrophe": 1.000 Sv und mehr

Für die Bewertung eines Störfalls müssen wir von einer zu erwartenden effektiven Gesamtdosis ausgehen, der ein unbeteiligert Bürger ausgesetzt sein wird, und diese an den Werten messen, die für den Normalfall gelten: In Deutschland sind wir im Mittel kontinuierlich einer Strahlung ausgesetzt, die zu einer Exposition von 3,9 mSv pro Jahr führt. Für Beschäftigte in strahlungsexponierten Arbeitsbereichen ist eine Jahresdosis von 20 mSv als Grenzwert festgelegt. Den katastrophenmedizinischen Interventionsschwellen liegen diese Werte zugrunde. Auch eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) herausgegebene Tabelle der Bewertungskriterien für die INES-Skala orientiert sich an diesen Werten.

Radioaktive Substanzen erreichen uns nach einem AKW-Unfall mit Staubteilchen aus der Luft. Sie können also eingeatmet und geschluckt werden. Beides kann man weitgehend verhindern, denn

  • die mit der Luft ankommenden radioaktive Partikel ziehen vorbei, so dass danach "nur" noch am Boden abgelagerte Substanzen strahlen,
  • in Räume mit dicht geschlossenen Fenstern und Türen dringen radioaktive Partikel aus der Luft kaum ein,
  • Wände und Fenster halten Alpha- und Beta-Strahlung zu 100% ab, übliche Betonwände schwächen Gamma-Strahlung zu 85%.